Filzen – ein alter neuer Trend

Aufbauend auf archäologischen Funden aus der Jungsteinzeit schätzen Wissenschaftler, dass bereits 8000 v.Chr. Filz hergestellt wurde. Zwar gibt es aus dieser Zeit keine brauchbaren Funde, da das Material sehr gut kompostierbar ist, dennoch scheinen die Kenntnisse bereits existiert zu haben.

Für die  traditionelle Verarbeitung, das Nassfilzen, wird ungebundenes Vlies mit Wasser und Seife bearbeitet. Durch das Wasser bzw. den Wasserdampf und die alkalische Seife stellen sich die Schuppen der Stofffasern auf und werden durch eindringliches Walken ineinander verkeilt. Es ensteht ein festes Stück Stoff unterschiedlichster Maserung. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Beim Trockenfilzen wird die Wolle mit speziellen Filznadeln bearbeitet. Der sogenannte Nadelfilz wird mechanisch hergestellt, in dem Nadeln mit Widerhaken immer wieder in die Fasern eingestochen werden, so dass diese sich miteinander verbinden.

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In den letzten Jahren hat sich das kunsthandwerkliche Filzen zu einem Trend herausgebildet, dem überall Menschen folgen. Sie fertigen in liebevoller Handarbeit Mützen, Pulswärmer, Pantoffeln oder große Blumen. Doch ist Filzen weit mehr als nur das Herstellen von Gebrauchsgegenständen. In Zusammenarbeit mit anderen Netzen hat das deutsche Filznetzwerk bereits im Mai 2010 in Italien eine Wanderausstellung zum Thema Klimawandel begonnen. Diese Ausstellung gastiert derzeit in Forchheim und reist dann weiter nach Großbrittanien. Auch aus Übersee kamen schon Anfragen.

Das Filzen scheint ein weltweites Thema zu sein. Filzen ist auch zu einer Kunstform geworden, durch die Gedanken, Wünsche und Visionen ausgedrückt werden. Man findet das Material in so vielen Bereichen, dass es einfach nicht mehr weg zu denken ist. Es gibt Filzkleidung – und Accessoires, Filz-Tiere und Filzpuppen. Wahrlich ein neuer Trend mit altem Wissen!

Foto: Wunderwesen auf flickr, CC-Lizenz