„Fleiß, Ausdauer und breites Interesse für reichlich Input“

oettingen_teasSabine von Oettingen haben wir Euch bereits vorgestellt. Die Künstlerin fertigt Mode für Theater- und andere Bühnen. Auf der CREATIVA stellt sie Euch in Halle 4 ihr Label Takelage vor. Wir haben mit der sympathischen Hallenserin (Sachsen-Anhalt) über Bühnenmode, Trends und Startup-Unternehmen gesprochen.

Sie haben sich auf Bühnenmode fürs Theater oder die Oper spezialisiert. Warum? Was fasziniert Sie daran?
Weil ich seit frühester Jugend selbst Theater und Pantomime spiele und es liebe, wenn man Kostüme entwirft und herstellt, zu dem eine Geschichte, ein Buch oder eine Musik gehören. Das inspiriert und fordert einen gleichzeitig. Ich versuche, mit meiner Bildsprache den Inhalt oder das Sujet dieser Geschichte oder dieser Musik in meine Kostüme einzuarbeiten.

Sie legen großen Wert auf Handarbeit, arbeiten an eher alten Maschinen. Wie helfen diese Maschinen dabei, kreativ zu sein? Geht das nicht mit modernen Nähmaschinen viel leichter?
Nein, ich finde jedenfalls nicht. Moderne Maschinen sind zu komplex in Ihrer angeblichen „Tollheit“. Sie wollen nicht nur für Dich denken, sie wollen besser sein und sind dabei anfälliger und unreparierbar. Im schlechtesten Fall hüpfen sie auch noch vom Tisch beim Nähen. Das ist nix für mich. Ich stehe auf Qualität und robuste, einfache Bauweise. Sie muss ein gutes Stichbild haben und drei Funktionen, fertig. Den Rest mach‘ ich.

Orientieren Sie sich bei Ihrer Arbeit an Trends oder setzen Sie eher die Trends?
Ich denke, ich setze Trends, beziehungsweise ich mache genau das, was mir gefällt und habe einen großen Kundenstamm die das verstehen und wollen.
Ich guck mir trotzdem alles mögliche an und inspiriere mich vor allem von Musik und Büchern.

Was raten Sie Textil-Startups, um ordentlich durchstarten zu können?
Leidenschaft für das, was sie tun wollen. Dazu Fleiß, Ausdauer und breites Interesse für reichlich Input, offene Augen und Ohren.