Malen mit natürlichen Farben

„Global denken, lokal handeln“, unter dieser Prämisse finden sich seit einigen Jahren Projekt-Ideen und -Umsetzungen zusammen, die nachhaltige Wege zum leben finden wollen. Eines davon, das mit einem eigenen Stand auf der CREATVA vertreten ist, ist „sevengardens„.

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Foto: Tibor Schäfer/sevengardens

Das Projekt greift eine vergessene Idee wieder auf: Die von Färbergärten.
Einst waren diese überall dort zu finden, wo Farbe benötigt wurde – egal, ob für das Färben von Kleidern oder das Herstellen von Kunst. So zeugen noch heute Werke wie „das Buch von Durrow“ (675 n.Chr.) oder der „Teppich von Bayeux“ aus dem 11. Jahrhundert davon, dass damals gewonnene Farben nicht nur natürlich waren, sondern auch lang haltbar.

sevengardens nun ist ein Projekt, welches das verlorene Wissen um diese Färbergärten wieder zurück bringen will. Die darin engagierten Menschen gehen nicht nur an Schulen und Kitas, um Färbergärten zu initiieren, sondern auch in andere Länder. Einer dieser Menschen ist Hanna Schulte. Die junge Frau engagiert sich seit Beginn für das von der UNESCO ausgezeichnete Projekt.

„Das größte Vorurteil gegen diese natürlichen Farben“, berichtet Hanna, „ist die Sorge, ob die Farben lichtecht sind.“ Und natürlich sind sie farbbeständig. „Ich habe meine Küche mit Spinatsaft gestrichen“, erzählt sie mit einem Lächeln und erwidert auf den skeptischen Blick des Bloggers: „Das sieht selbst zwei Jahre danach noch so satt grün aus. Und schimmeln tut da auch nix!“

Die aus Hibiskus oder Zwiebeln und anderen, teilweise etwas unbekannteren Pflanzen, gewonnenen Farben sind nicht ganz so strahlend, wie industriell hergestellte. Ein neon-rot wird man beim Auskochen oder überbrühen von Hibiskus nicht bekommen – aber sie sind natürlich, „bio“. Hannah berichtet, wie sie an Schulen Kurse für Mädchen gibt, wie diese sich ihre eigene Kosmetik herstellen und dabei auch auf diese Farben zurück greifen können. „Das ist manchmal schon sehr lustig, wenn man sieht, welchen Ekel manche jungen Frauen da haben, während sie sich die Creme aus der Tube ins Gesicht schmieren, ohne zu wissen, was drin ist.“

Auf der CREATIVA aber geht es natürlich darum, Künstlern die Vorteile der natürlichen Farben aufzuzeigen. Und das kommt an: „Wir treffen auf unheimlich viel Interesse, und das ist echt toll!“, strahlt Hannah. Pünktlich zur CREATIVA startete sie einen Shop zum Projekt. In diesem kann man – auf der CREATIVA oder Online – die getrockneten Pflanzen kaufen, mit denen sich eigene natürliche Farben herstellen lassen. So kann man schon testen, bevor man den eigenen Garten umgräbt – oder sich entsprechendes Material besorgen, wenn ein eigener Garten erst nicht vorhanden ist.

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Hannah Schulte, sevengardens & Ephraime Mosibi, Thabang Society

Auf der Messe findet man sevengardens in Halle 4, Stand 4.D08.
Das Projekt präsentiert sich hier zusammen mit der Thabang Society. Die südafrikanische NGO setzt sich u.a. für AIDS-Waisen ein und trägt die Idee der Färbergärten auf diese Weise nach Afrika. Dort entstehen zum Beispiel lokale Güter, die mithilfe der natürlich gewonnenen Farben ungiftig bemalt werden können.