Perlenzauber

Vom 16. – 20.März veranstaltet die Perlenakademie im Rahmen der CREATIVA eine besondere Reihe von Workshops. International gefeierte Perlenkünstler wie Huib Peters und Melissa Grakowsky lassen sich auf den Faden schauen und teilen ihr Wissen mit den Workshopteilnehmern.

Zur Einstimmung haben wir ein Interview mit Saori Abe-Schröder, Inhaberin der Perlenakademie geführt.

Seit wann gibt es die Perlenakademie und wie sind Sie zu den Perlen gekommen?

Die Perlen-Akademie gibt es in Deutschland seit 2008. Der Lehrplan, mit dem wir arbeiten wurde von dem japanischen Institut CORONET unter Mitwirkung weltweit führender Schmuckdesigner entwickelt. Ziel ist die systematische Ausbildung der handwerklichen Fähigkeiten.

Seit meiner Kindheit faszinieren mich Glasperlen. Ich stellte daraus kleine Puppen, Teddys und Tiere her und einfache Schmuckstücke, z.B. Ringe. 1993 bin ich von Japan nach Deutschland gezogen. Ich spürte, dass das Thema auch in Deutschland boomte, es aber relativ wenige kompetente Lehrer gab. Diese Lücke wollte ich schließen und den Hunger nach Wissen stillen. Deshalb gründete ich die Perlen-Akademie in Dortmund und initiierte das erste deutsche Magazin für Perlenkunst.

Wo kommt die Perlenkunst eigentlich her?

Aus Perlen, Halbedelsteinen, Muscheln und Knochen Schmuck herzustellen ist weltweit seit Jahrtausenden ein Teil der Kultur. Schwerpunkt der Glasperlenherstellung in Europas sind unter Anderem Tschechien und Italien. Glasperlen fanden Verbreitung in ganz Europa zur Verzierung von Accessoires und Kleidung, gestickt oder gehäkelt. Von hier gelangten sie in die Kolonien in Afrika, Nord- und Südamerika. Dort bereicherten und veränderten Glasperlen die schon existierenden Techniken der Schmuckherstellung. Nur mit Nadel und Faden wurden Perlen zu Flächen „gewebt“. Diese alten Methoden wiederum wurden von einigen Jahrzehnten von westlichen Designern wieder entdeckt und studiert. Das Ergebnis ist eine faszinierende Mischung.

Was macht die Perlenkunst aus, worin liegt die Besonderheit?

Aus Perlen Kunst werden zu lassen, ist eine Verführung. Es glitzert und funkelt, ist relativ kostbar, wird von anderen gesehen und bewundert. Weil kein Massenprodukt, hebt es den Träger aus der Masse heraus. Das Bewusstsein, es selbst hergestellt zu haben, ist sehr befriedigend. Viele empfinden das Arbeiten mit Nadel und Faden als beruhigend.

Arbeiten Sie nur mit Perlen oder auch mit anderen Materialien? Was kann man alles in der Perlenkunst verwenden?

Außer Perlen aus allen möglichen Materialien wie Glas, Kunststoff, Natursteinen, Gold- und Silberelementen, gibt es viele einzigartige Begleiter für Perlen. In zwei unserer Workshops  auf der CREATIVA besteht ein Teil einer Kette aus mit Perlen bestickter Plauener Spitze. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Was erwartet die Perlenliebhaber in Ihren Workshops bei der CREATIVA?

Man kann selbstverständlich auch viel aus Büchern und Zeitschriften lernen. Aber einen berühmten Künstler persönlich zu treffen, unter seiner Anleitung zu arbeiten und von ihm zu lernen, ist eine kostbare Erfahrung, die die eigene Arbeit dauerhaft bereichert.

Frau Abe-Schröder, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Übrigens: Es gibt noch Plätze in den Workshops der Perlenakademie. Den Plan findet Ihr hier (PDF). Meldet Euch bei Interesse einfach bei der Perlenakademie.