„Sie können nichts falsch machen!“

Der Blogger, der diese Zeilen schreibt, ist Grobmetoriker. Alles, das kleiner als seine Hand ist, zerbricht er – quasi. Doch das schreckt manche Menschen nicht davon ab, ihn zu ermuntern, Dinge auszuprobieren. Maria Rönsberg-Peil zum Beispiel. Sie sitzt an einem langen Tisch mit Papier, und während sie mit mir die ersten Sätze redet, vollführen ihre Finger einen Tanz mit dem Papier vor ihr. Sie schaut meist nicht einmal mehr hin – lächelt mich an, und sagt dann irgendwann: „Probieren Sie es aus!“
Die Rede ist von Origami.

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Die japanische Papierfaltkunst hat ihre Wurzeln im 14. Jahrhundert, heute ist sie vor allem durch die Friedensbewegung bekannt, die kunstvoll gefaltete Kraniche als Symbol nutzt.

Ich lehne ab – verweise auf meine Ungeschicktheit.
„Ach“, winkt Hans-Werner Huth, der neben Maria sitzt, ab. Der Kölner lächelt mich ebenso milde an wie Maria. „Das ist doch genau der Vorteil beim Origami: Das ist nur Papier! Wenn es schief geht, ist der Schaden nicht groß.“ Hans-Werner ist 2007 durch einen Krankenhausaufenthalt zum Origami gekommen, heute lehrt er unter anderem Kindern an Schulen die kunstvolle Art des Papierfaltens. „Wenn bei denen mal was nicht klappt – so ein gefalteter Hase zum Beispiel -, dann sag ich: Schau, jeder Hase ist anders.“
Die beiden ermutigen mich – und ich verstehe: Origami ist nicht die Faszination für das Können anderer, sondern der Mut es selbst zu tun.

Maria hat schon wieder eine Figur fertig. Eine Schaukel. „Origami hat mich in eine vollkommen neue Welt geführt“, berichtet sie. Vom ersten Workshop, in den sie aus Neugier ging, führten sieben Jahre Origami mittlerweile dazu, dass sie Workshops gibt, Origami pädagogisch einsetzt und selbst japanisch lernt.

Was Maria und Hans-Werner verbindet ist das Origami. Beide sind Mitglied im Origami Deutschland e.V., der in Halle 7, Stand: 7.E54 zu finden ist. Der Verein mit rund 600 Mitgliedern deutschlandweit veranstaltet regelmäßige Regionaltreffen, auf denen sich Neueinsteiger, Neugierige und Profis treffen und austauschen können. In diesem Jahr feiert der Verein ausserdem sein 25stes Jubiläum.
Wer selbst einmal ausprobieren will, wie das kunstvolle Papierfalten ist, den heisst der Verein herzlich Willkommen – in kleinen Workshops bringen die sympathischen Clubmitglieder wie Maria und Hans-Werner die ersten Schritte bei.

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Kommentare (2)

  1. bernd baasner 14. März 2013 @ 22:01

    samstag ist Creativa angesagt. wird wohl ein harter Tag
    liebe Grüße Edith und Bernd

  2. Hallo Thomas,

    welch ein doller blog zu der Origamiaktion Du auf der Creativa geschrieben hast. Auch ich habe dort angeleitet und die von Dir so treffend niedergeschriebenen Worte von Hans-Werner und Maria beglücken mich im Nachhinein. Sie drücken nicht nur die Atmosphäre beim Falten auf der Creative wieder und zeigen auch, was Origami bedeuten kann, wenn man sich erst mal dranwagt. Mein Lieblingsmotto, seit ich falte ist: „Lieber Falten machen statt Falten kriegen.“ In diesem Sinne allen FalterInnen dieser Welt: „Gut falt“
    Li

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